Cory Hahn, center fielder

Cory Hahn

Der Draft 2013 im Baseball ist fast vorüber. Ähnlich wie in den anderen großen amerikanischen Sportarten ist auch im Baseball der Draft die jährliche Aufreihung aller vielversprechenden jungen Spieler. Die 32 Teams der Major League Baseball gehen dann gewissermaßen die Reihen entlang und suchen sich die Talente heraus, die sie in ihren Club einreihen möchten; die zuletzt schwächsten Teams dürfen zuerst. Der Draft ist wichtig, denn hier bestimmen die Clubs einen guten Teil ihrer Zukunft und niemand möchte gerne feststellen, dass ein Spieler, den man ausgewählt hat, nicht den Erwartungen entspricht und man einen Draft-Pick verschenkt hat. Tage-, wochenlang im Vorfeld des Drafts diskutieren Experten und Fans darüber, welche Nachwuchstalente von den Teams in der ersten Runde ausgewählt werden. Zwar gibt es immer wieder Spieler, die ganz groß rauskommen, obwohl sie erst in Runde 19, 22 oder 34 des Drafts ausgewählt werden, aber die Spieler in den ersten paar Runden sind es, die gleich von Beginn an die bestdotierten Verträge angeboten bekommen.

Im Jahr 2010 entschieden sich die San Diego Padres für Cory Hahn, einen Center Fielder aus Kalifornien. Hahn galt als großes Talent, war von Experten sogar als „Mr. Baseball“ in Kalifornien ausgezeichnet worden, doch Hahn hatte sein Können bis dahin nur in der High School unter Beweis gestellt. Die vielversprechendsten Talente werden gleich nach der High School gedraftet und Cory Hahn war eines davon. In der 26. Runde von einem Major League-Team gedraftet worden zu sein, erfüllte ihn mit Stolz und es war zugleich die Bestätigung, dass er, der Center Fielder aus der High School, vor einer großen Karriere im Profi-Baseball stand. Doch Hahn wollte mehr. Das Vertragsangebot der Padres, ohne Frage eines mit einer beeindruckenden Zahl an der Stelle, wo das Gehalt eingetragen wird, lehnte er ab und entschied sich stattdessen, noch ein paar Jahre im College zu spielen. Danach, so seine durchaus realistische Einschätzung, würde er erneut in den Draft gehen und dann ganz sicher in einer der ersten Runden ausgewählt werden. Gut genug war er und er wusste, dass er sein Können auch auf dem College-Level beweisen könnte.

Cory Hahn siedelte um, nach Phoenix, wo er ein Mitglied der Sun Devils wurde, des Baseballteams der Arizona State University. Schon viele spätere Baseball-Stars waren Sun Devils gewesen und Beobachter hatten nicht den geringsten Zweifel, dass Cory Hahn der nächste werden würde.

In seinem dritten Spiel für die ASU wurde Cory Hahn bei dem Versuch, eine Base zu stehlen, vom Knie eines gegnerischen Verteidigers am Kopf getroffen. Der plötzliche Aufprall sorgte für den Bruch eines Rückenwirbels. Cory Hahn war vom Hals abwärts gelähmt.

Es gibt viele Anekdoten und Geschichten, die zeigen, dass Hahn mit seinem Schicksal umzugehen wusste, dass er immer auch ein Lächeln hatte, wenn andere Tränen vergossen über seine nun unerreichbaren Träume. Dennoch muss auch Cory Hahn mehr als einmal Gedanken der Verzweiflung gehabt haben. Wenn man in seinen jungen Jahren, in denen Gleichaltrige Tausend andere Dinge im Kopf haben, immer nur auf ein Ziel hin arbeitet und wenn dieses Ziel dann von einer Sekunde auf die andere zerstört wird, dann kann man nicht immer nur lächeln. Cory Hahn wurde bald zu einer Quelle der Inspiration für andere, deren Träume durch Schicksalsschläge zerstört wurden – seine positive Energie und seine einnehmende Art sorgten dafür, dass man erkannte, dass Cory noch mehr Talente hatte als einen Baseball zu schlagen.

Das Schönste an dieser Geschichte aber ist, wie sollte es anders sein, das Happy End. Am Samstag, in der 34. Runde des Drafts 2013, wählten die Arizona Diamondbacks Cory Hahn aus, der damals als Sun Devil die Rückennummer 34 getragen hatte. Es war nicht nur ein Symbol, eine leere Geste. Die Diamondbacks möchten, dass Hahn für sie tätig wird. Er wird keine Homeruns schlagen und keine Gegner Aus machen. Er wird stattdessen eine Position im Coaching-Team bekommen und so noch vielen nachfolgenden Talenten erklären können, warum vielleicht nicht alle Träume wahr werden, aber trotzdem ein Happy End haben können. Ein vergeudeter Draft Pick wird Cory Hahn nicht sein.

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